Archiv für die Kategorie 'Fotovoltaik'

Der aktuelle Stand der Klimapolitik in Bargteheide ist etwas eingetrübt. Unsere Vorschläge, dem Internationalen Klimabündnis beizutreten und für die Bargteheider Klima-Ambitionen nicht bloß weiche Ziele zu setzen, wurden im Lenkungsausschuss lediglich zur Kenntnis genommen. Immerhin will die Firma CDM, die für ein Honorar von rund 60.000 Euro am Bargteheider Klimakonzept arbeitet, bis Weihnachten Machbarkeitsangaben zu verschiedenen Maßnahmen aus dem Einwohner-Forum vom 7. November machen und später ihre Berechnungsgrundlagen offenlegen. Eine eigene Rückmeldeaktion für die Bürger ist derzeit nicht in der Planung. In der Lenkungsgruppe zum Klimaschutzkonzept hat ein Wechsel in der Leitung von Herrn Harmuth (CDU) zu Jürgen Weingärtner (SPD) stattgefunden. Im Budgetansatz für 2012 zum Klimaschutz werden wohl Einschnitte hingenommen werden müssen.

Da die Idee einer genossenschaftlichen Bürgersolaranlage seit Monaten nicht vorankommt (zumal von den Dächern, die der Stadt gehören, nur das Dach der Anne-Frank-Schule als einigermaßen geeignet angesehen wird) und auch das Genossenschaftskonzept der Raiffeisenbank nur eine Rendite von 1% in Aussicht stellt, unterstützt die Klimainitiative fortan das Konzept von wir-machen-solar.de. Peter Heßbrüggen stellte das Konzept seines Unternehmens vor, das neben einem finanziellen Profit für alle Beteiligten (es können sowohl Gewerbebetriebe, Privatleute als auch Genossenschaften teilnehmen) eben auch einen großen Gewinn für die Umwelt vorsieht. Dennoch halten wir fest: Noch vor Fotovoltaik und Solarthermie ist Dämmung die wirtschaftlichste und effektivste Möglichkeit, Energie zu sparen.

Schließlich diskutierten wir noch über verschiedene Projekte: Am 3. Februar kommt der international bekannte Klimaforscher Mojib Latif zu einem Vortrag nach Bargteheide! Außerdem wollen wir uns bemühen, über so genannte Eisheizungen zu informieren und eine Informationsveranstaltung der Hamburger Firma Zebau zur Hausmodernisierung zu uns zu holen.

Das nächste Ini-Treffen findet am 16. Januar 2012 um 19:30 im Einstein statt.

Am Sonnabend, dem 30. April 2011, fand der diesjährige Stormarner Klimatag bei uns in Bargteheide statt. Unter der Leitung von Wolfgang Apel und Isa Reher, der Klimaschutzbeauftragten des Kreises Stormarn, fuhren 37 Interessierte auf einer „ökologischen Fahrradtour“ durch Bargteheide und Umgebung.

Vier Ziele wurden besucht: Zuerst ein mittelgroßes Blockheizkraftwerk (BHKW), das das Freizeitzentrum Lohe mit Strom und Wärme versorgt.

Danach ein noch in der Entwicklung befindliches Mini-BHKW für ein Einfamilienhaus, das von der Bargteheider Firma Bergmann betrieben wird. Das ebenfalls gasgetriebene Gerät stammt arbeitet mit einem heliumgekühlten, rundum verschlossenen Stirling-Motor.

Anschließend bestaunten wir eine privat errichtete Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Carports. Obwohl die Neigung ungünstig ist und ein daneben stehender Baum rund ein Viertel der Sonnenenergie abfängt, produziert die Anlage immer noch mehr Energie, als im Haus verbraucht wird.

Anschließend fuhren wir noch bei wunderschönem Sonnenwetter nach Timmerhorn, wo ein Altbau durch die Handwerker-Gemeinschaft GmbH zu einem Passivhaus saniert wurde. Selbst die Energie des Kaminfeuers entfleucht nicht einfach durch den Schornstein, sondern wird zur Warmwasseraufbereitung genutzt.

Insgesamt eine sehr anregende, vielseitige und bestimmt auch gesunde Veranstaltung!

TFischer

Blick über das Aldi-Solardach

Aldi hat auf dem Dach der neuen Halle in Bargteheide eine Solaranlage installieren lassen, die den Strom-Bedarf von über 300 Haushalten decken kann

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des großen Aldi-Lagers an der Hammoorer Chaussee ist bereits seit Dezember 2010 in Betrieb. Sie ist auf knapp 1 MWp ausgelegt (997 kWhp), das bestätigte jetzt eine Sprecherin der Firma Pohlen auf Anfrage der Grünen. Die Dachdeckerfirma aus Geilenkirchen bei Aachen  ist auch Betreiber der Anlage. Die dürfte eine der größten Dach-Photovoltaikanlagen in Schleswig-Holstein sein.  

Der jährliche Stromertrag der Anlage wird bei knapp einer Million kWh liegen. Rein rechnerisch reicht das für den Stromverbrauch von rund 330 privaten Haushalten, etwa 600t CO2-Emissionen werden dadurch pro Jahr eingespart.

Es ist gut, dass die große Dachfläche genutzt wurde, um in erneuerbare Energien zu investieren. Nicht so toll ist aber, dass Stadt und Bürger nichts davon haben.  Elektrisiert durch dieses großartige  Vorbild sollte die Diskussion in der Stadt über den Einsatz von Solarkraft  jetzt richtig Fahrt gewinnen. 

So war etwa  schon vor Jahren Wolfgang Bartolain aus Bad Oldesloe – er plant  Bürgersolarkraftwerke –  auf die Stadt zugegangen.  Ohne Erfolg.  „Das Eckhorst Gymnasium hatten wir schon geprüft, es ist geeignet. Aber dann kam das Nein von politischer Seite“, sagt er.  Sofort könne man auf dem Dach des Gymnasiums eine Bürgersolaranlage bauen. Möglichst vor Juli, danach werde die Einspeisevergütung für den erzeugten Strom vermutlich noch weiter abgesenkt.