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116.000 Hamburgerinnen und Hamburger sind mit ihrer Unterschrift dafür eingetreten, dass die Stadt ihr Stromnetz von den Konzernen Vattenfall und E.on zurück kauft.

Vom 2. bis zum 22. Juni sammelte die Bürgerinitiative „Unser Hamburg unser Netz“ insgesamt 116.197 Unterschriften (mindestens notwendig waren 62.000). Unterstützt wurde die Initiative von zahlreichen Künstlern, Musikern, Schauspielern, Politikern und anderen Prominenten. Ziel: Hamburg soll den genannten Stromkonzernen ab 2015 den Stromnetzbetrieb wieder aus der Hand nehmen und außerdem ein zukunftsfähiges Energiekonzept entwickeln. Nach dem Erfolg der Unterschriftenaktion wird voraussichtlich bei der Bundestagswahl 2013 gleichzeitig ein Volksentscheid durchgeführt. Mehr dazu auf den Seiten der Bürgerinitiative.

Henning Voscherau unterschreibt

Henning Voscherau unterschreibt (Quelle: Website der Bürgerinitiative)

Zum Hintergrund: Vermutlich ist der Betrieb eines Stromnetzes allein nicht übermäßig profitabel. (Es sei denn, man lässt die Pflege und die Reparaturen verkümmern, aber das rächt sich dann ja auch irgendwann.) Viel wichtiger ist wahrscheinlich der Informationsgewinn. Der Stromnetz-Betreiber weiß genau, welcher Privathaushalt und welches Großunternehmen zu welcher Tages- und Jahreszeit wieviel Strom verbraucht und welche Stromanbieter (Konkurrenten) wann und wo ihren Strom hinleiten. So kann man dann gezielte Angebote machen oder für sich selbst günstigere Konditionen heraushandeln. Leider, leider sind die Stromnetz-Betreiber nicht verpflichtet, ihre Informationen detailliert offenzulegen. Daher weiß keine Kommune, die ihre Netzkonzession abgegeben hat, welchen Geldwert das Netz noch hat, wo es besonders reparaturbedürftig ist, wie und wann und wohin der Strom fließt.

So ist es auch bei uns in Bargteheide. Weil die Kommune nicht besonders viel von E.on erfährt, weiß sie auch nicht, ob das öffentliche Wohl der Stromversorgung bei ihrem Konzessionisten in guten Händen ist oder nicht. Möglicherweise ist E.on ja ein verlässlicher, umsichtiger Partner. Aber weil wir nicht raten wollen, sondern wissen, will die Klimainitiative erreichen, dass die Stadt ihr Stromnetz wieder selbst betreibt und somit vom E.on-Konzern unabhängig agieren kann.