Archiv für die Kategorie 'Energie'

Anfang März haben Mitglieder unserer Initiative und des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energie, vermittelt durch die Klimamanagerin Ulrike Lenz, ein Eisspeicherprojekt in Buxtehude (Niedersachsen) besucht. Anliegend der entsprechende Artikel im Buxtehuder Tageblatt: Buxtehuder Tageblatt, 11.3.2015

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Kleinwindanlagen (Links)

Für nähere Informationen zu Kleinwindanlagen empfehlen wir:

Muras und Laboum gegen die WindmühlenDer Feldzug der Wählergemeinschaft (WfB) und der FDP hat nicht nur den Karikaturisten Uwe Schildmeier auf den Plan aufgerufen, sondern auch die Initiative Bürger für Klimaschutz in Bargteheide.

Wolfgang Apel, Sprecher der Initiative, wehrt sich gegen die Behauptungen, die von den Gegnern der Windenergieanlagen (WEA) verbreitet werden.

So bestreitet er entschieden die angebliche Gesundheitsgefährdung durch Infraschall. Infraschall entsteht, wenn Luftschwingungen so niedrig sind, dass man sie gar nicht mehr hören, sondern nur noch fühlen kann. Besonders niederfrequente Schwingungen (von weniger als 20 Hertz entstehen z.B. bei Gewittern, bei Erdbeben, bei vorbeifahrenden Lastwagen oder Eisenbahnen, aber auch in Autos, und hier mit deutlich höheren Schalldruckpegeln als bei WEA in 200 m Entfernung. Apel räumt ein, dass solcher Lärm für den Menschen unangenehm sei und sogar die Gesundheit beeinträchtigen könne. Dazu müsse aber noch etwas dazu kommen, nämlich die Lautstärke (Schalldruckpegel). Die aber sei bei den heutigen WEA so gering, dass eine Beeinträchtigung durch Infraschall nach heutigem Stand der Wissenschaft auszuschließen sei.

Umfassende Untersuchungsergebnisse werden in einer Analyse des DNR (Deutschen Naturschutzrings) dargestellt, im Internet abrufbar unter http://www.wind-ist-kraft.de/wp-content/uploads/DNR-Windkraft-Grundlagenanalyse-2012.pdf.

In großen Windparks auf See sieht der Geophysiker keine Alternative. „Es gibt bisher keinen einzigen Windpark vor Schleswig-Holsteins Küsten. Denn im Weltnaturerbe Wattenmeer dürfen Offshore-Anlagen nicht gebaut werden, weil das einen gewaltigen Eingriff in die Natur bedeuten würde. Weiter draußen ist der Bau technisch und finanziell höchst aufwändig. Dasselbe gilt für die Hochspannungsleitungen, die den Strom ins Land transportieren müssten. Das schreckt Investoren ab.“

Nur große Energiekonzerne wären in der Lage, solche Investitionen zu tätigen. Das Bargteheider Projekt ziele aber genau auf die Unabhängigkeit von den großen Konzernen ab, betont Apel. Die dezentrale Versorgung biete viele Vorteile.

Drei Windenergieanlagen in Bargteheide könnten pro Jahr 25.000 MW/h Strom erzeugen, weiß der Sprecher der Initiative. Das sei laut Klimaschutzkonzept mehr, als alle privaten Haushalte der Stadt zusammen verbrauchten (23 000 kw/h). In nur 4,5 km Entfernung von der ausgewiesenen Fläche stehe das alte Umspannwerk der Stadt. Der hier erzeugte Strom könne also direkt ins Bargteheider Stromnetz eingespeist werden. Er hebt hervor: „Natürlich gehen auch bei Windflaute nicht die Lichter aus. Denn selbstverständlich bleibt die Stadt weiter ans allgemeine Stromnetz angeschlossen.“

Zu der Frage, wer denn von dem geplanten Bürgerwindpark profitieren würde, erklärt er: „Natürlich bekommen die 5 Landwirte, denen die Fläche gehört, eine angemessene Pacht. Und natürlich profitieren die Handwerker der Region von Aufträgen für Aufstellung, Wartung, Reparaturen. Der entscheidende Vorteil eines Bürgerwindparks aber ist, dass sich jeder Bürger, jede Bürgerin aus den betroffenen Gemeinden Bargteheide, Kleinhansdorf und Jersbek ab 1000 € an der Wind-GmbH beteiligen kann. Jeder Euro, der mit den WEA erwirtschaftet wird, bleibt also in der Region.“ Das, so Apel, sei ein entscheidender Pluspunkt nach dem Klimaschutzkonzept.

Tobias Landwehr (BVKW)

Tobias Landwehr (BVKW)

Als Fortsetzung zur Vortragsreihe zu aktuellen Themen des Klimaschutzes lud die Initiative „Bürger für Klimaschutz in Bargteheide“ zu einem weiteren Informationsabend am 22. Oktober in das Stadthaus in Bargteheide ein. Thema bei diesem Mal: „Die eigene Kleinwindanlagen zur Stromversorgung – was muss ich beachten?“ Als Referent konnte Tobias Landwehr vom Bundesverband Kleinwindanlagen e. V. (BVKW) für einen eineinhalbstündigen Vortrag zum Thema gewonnen werden.

Begrüßt werden mehr als 80 Besucher an diesem Abend vom Sprecher der Bürgerinitiative Wolfgang Apel, wobei auf die Ziele und Aufgaben Richtung Energiewende in Bargteheide eingegangen wird. So setzt sich die Initiative für nachhaltige Reduktion klimaschädlicher Schadstoffemissionen, Unabhängigkeit fossiler Brennstoffe und nuklearer Energie sowie von großen Energiekonzernen und für den Ausbau, die Förderung und die Nutzung Erneuerbarer Energien ein. „Um unsere Ziele zu verwirklichen setzen wir auf das „3 E“-Prinzip: Energie sparen, Energieeffizienz und Einsatz Erneuerbarer Energien“, schildert Apel. Damit diese Ziele auch erreicht werden, sind Aufgaben wie das Anstoßen der öffentliche Debatte zum Klimaschutz, Organisation von Veranstaltungen und Vorträgen, Pressearbeit, Informations-sammlung und -aufarbeitung, Präsentation im Internet und das Netzwerken Teile der Arbeit der Bürgerinitiative.

„Ziel des Vortrags ist es, Ihnen einen Überblick über Technik, Windverhalten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsverfahren von Kleinwindenergieanlagen (KWEA) zu vermitteln“, leitet Herr Landwehr seine Präsentationen ein. Zunächst werden die Zuschauer mit einem halbstündigen Grundlagenvortrag in Stimmung gebracht. Im Anschluss an eine intensiven Fragerunde folgt die „Präsentation für Fortgeschrittene“, so Landwehr. Von der Definition einer KWEA über physikalische und technische Grundlagen, Anlagentypen und Anwendungskonzepten bis hin zur Wirtschaftlichkeit und schlussendlich die Anforderungen einer Baugenehmigung decken die zwei Schulstunden von Herrn Landwehr alles ab. Auf Fragen während und vor allem nach den Präsentationen wird nachhaltig eingegangen.

„Wir planen weitere Veranstaltungen mit solch interessantem Inhalt, um die Bevölkerung in Bargteheide stets informiert zu halten“, versichert Apel am Ende. Geplant sind unter anderem Vorträge zu den Themen Dämmung, Geothermie und Energiemanagement.

Die Präsentationen des BVKW finden Sie hier: PDF (erster Teil)PDF (zweiter Teil). Weitere Informationen zum Thema Kleinwind können auf der Internetseite www.bundesverband-kleinwindanlagen.de nachgelesen werden.

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Windkraftanlagen gucken

Wie sieht eine Windkraftanlage aus der Nähe aus? Wie hört sich das an? Wie fühlt man sich in der Nähe eines „Spargels“?

Die Initiative Bürger für Klimaschutz in Bargteheide will das prüfen und plant für den kommenden Sonntag, 28.10. eine Exkursion zu einer Anlage in der näheren Umgebung der Stadt (Gut Krummbek, Lasbek). Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen.

In Bargteheide gibt es eine Fläche, die in den Regionalplan des Landes für die Aufstellung von zwei bis drei großen Windkraftanlagen aufgenommen werden soll. Das Projekt wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern als Schritt in dir richtige Richtung begrüßt. Unabhängigkeit von den Stromkonzernen, regionale Wertschöpfung an den Erneuerbaren Energien und die Möglichkeit einer Beteiligung der Bürger an einer Betreibergesellschaft werden als Chance gesehen.

Andere lehnen solche Anlagen in ihrer Umgebung ab. Sie befürchten eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Belästigungen durch Schattenwurf und Lärm und Gefahren für die Umwelt.

Sechs Windkraftanlagen mittlerer Größe stehen auf dem Gelände des Gutes Krummbek (zwischen Barkhorst und Schmachthagen). Der Eigentümer, Herr Lampe, hat der Klimaschutz-Initiative freundlicherweise sein Einverständnis gegeben, die Anlagen aus nächster Nähe anzusehen.

Auf dem Rückweg kann auch eine Kleinwindanlage gesehen werden.

Interessierte treffen sich am Sonntag, 28.10., um 14:00 Uhr auf dem Parkplatz am Kreisel Rathausstraße. In Anbetracht der fortgeschrittenen Jahreszeit wird dieses Mal nicht mit dem Rad gefahren, sondern mit PKWs. Wer kein Auto hat, wird gerne von Mitgliedern der Initiative mitgenommen.

Angelika Schildmeier

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Eine eigene Kleinwindanlage?

Wer träumt nicht vom Strom aus dem eigenen Garten? Diesen Herbst setzt die „Klimaschutz Initiative“ ihre Vortragsreihe zu aktuellen Themen des Klimaschutzes fort und setzt ganz neue Akzente:

„Die eigene Kleinwindanlage zur Stromversorgung – was muss ich beachten?“

Am Montag den 22. Oktober um 19:30 Uhr im Stadthaus Bargteheide wird uns Tobias Landwehr vom Bundesverband der Kleinwindanlagen in das Thema einführen. Insbesondere werden die Möglichkeiten und Grenzen der privaten Windnutzung in kleinen Anlagen auf dem eigenen Grundstück erklärt.

Mit Kleinwindanlagen kann die dezentrale Energieversorgung vorangetrieben werden. Natürlich ist nicht jeder Standort geeignet. Aber immerhin hier im Norden, in Bargteheide, weht uns ja häufig der Wind kräftig um die Ohren. Die Anschaffungskosten liegen, je nach Größe der Anlage, im bezahlbaren Bereich zwischen 3000 und 5000 € pro installiertes Kilowatt Nennleistung. Für die private Nutzung sind auch kleine Anlagengrößen sinnvoll. Da die staatliche Förderung jedoch nur gleichgroß zu großen Windkraftanlagen ist, max. 9,2 Ct/KWh, liegen die Amortisierungszeiten deshalb eher bei 15 bis 25 Jahren. Doch was soll man sonst machen, wenn das eigene Haus für Photovoltaik ungünstig liegt und man eigenen, regenerativ erzeugten Strom nutzen will?

Natürlich sind baurechtliche Vorgaben zu beachten und der Nachbar soll durch Schattenschlag und Lärm nicht belästigt werden. Aber gerade in Außenbereichen von Gemeinden sind oft gute Bedingungen vorhanden. Bei besonders kleinen Anlagen ist auch eine genehmigungsfreie Aufstellung denkbar.

Die Ausstellung war klein, aber sympathisch. Durch die Stände wurden abgedeckt: Fördermöglichkeiten (Sparkasse), ein Innendämm-System mit Feuchtigkeitsregulierung, Schimmelvermeidung, Windenergie und eine neue, kompakte Art der Ölheizung. Ca. 30 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen.

Der Vortrag wurde gehalten von einem Vertreter der ZEBAU GmbH (Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt, Hamburg, www.zebau.de) und zeigte in gut verständlicher Form die verschiedenen Möglichkeiten, CO2 und Energiekosten zu sparen, alles auf der Basis eines Einfamilienhauses von 1930, an dem noch nichts gemacht ist: Wärmedämmung Dach / Wände / Fenster, Türen / Zwischendecken, neue Heizung, Ausstattung mit erneuerbaren Energien, Austausch von Haushaltsgeräten und energiesparendes Verhalten. Das Verhältnis Investition vs. Einsparung wurde benannt.

An der Modernisierungskampagne beteiligt sind neben der ZEBAU die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, der Regionalverband Umweltberatung Nord e.V., das IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e.V., ein Architekturbüro Weyers, die Sparkasse Holstein und etliche Betriebe.

Am 30.11., 15:30 Uhr, gab es eine Folgeveranstaltung „Energie und Klimaschutz – Hohe Förderquoten für Kommunen – Förderinformationen für 2012 und erfolgreiche Antragsbeispiele“, ebenfalls im Kreissitzungssaal. Auf der Tagesordnung stand unter anderem ein Vortrag der Klimamanagerin der Stadt Bargteheide, Ulrike Lenz: „Klimaschutz (65%) und Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Bargteheide“.

Die Veranstaltung kann von Kreisen und Städten gebucht werden. 2012 sind z.B. Norderstedt und Reinbek dran. Bargteheide ist eigentlich ein bisschen zu klein, aber bei rechtzeitiger Anmeldung würden sie wohl auch zu uns kommen.

Fazit: Gemessen an dem Aufwand, den eine solche Veranstaltung bedeutet, sind 30 Personen wenig. Es waren wohl nur die, die tatsächlich schon was planen. Wenn wir die Hausbesitzer von 0 auf Action mobilisieren wollen, sollten wir gut planen und mehrstufig dran gehen.

Der aktuelle Stand der Klimapolitik in Bargteheide ist etwas eingetrübt. Unsere Vorschläge, dem Internationalen Klimabündnis beizutreten und für die Bargteheider Klima-Ambitionen nicht bloß weiche Ziele zu setzen, wurden im Lenkungsausschuss lediglich zur Kenntnis genommen. Immerhin will die Firma CDM, die für ein Honorar von rund 60.000 Euro am Bargteheider Klimakonzept arbeitet, bis Weihnachten Machbarkeitsangaben zu verschiedenen Maßnahmen aus dem Einwohner-Forum vom 7. November machen und später ihre Berechnungsgrundlagen offenlegen. Eine eigene Rückmeldeaktion für die Bürger ist derzeit nicht in der Planung. In der Lenkungsgruppe zum Klimaschutzkonzept hat ein Wechsel in der Leitung von Herrn Harmuth (CDU) zu Jürgen Weingärtner (SPD) stattgefunden. Im Budgetansatz für 2012 zum Klimaschutz werden wohl Einschnitte hingenommen werden müssen.

Da die Idee einer genossenschaftlichen Bürgersolaranlage seit Monaten nicht vorankommt (zumal von den Dächern, die der Stadt gehören, nur das Dach der Anne-Frank-Schule als einigermaßen geeignet angesehen wird) und auch das Genossenschaftskonzept der Raiffeisenbank nur eine Rendite von 1% in Aussicht stellt, unterstützt die Klimainitiative fortan das Konzept von wir-machen-solar.de. Peter Heßbrüggen stellte das Konzept seines Unternehmens vor, das neben einem finanziellen Profit für alle Beteiligten (es können sowohl Gewerbebetriebe, Privatleute als auch Genossenschaften teilnehmen) eben auch einen großen Gewinn für die Umwelt vorsieht. Dennoch halten wir fest: Noch vor Fotovoltaik und Solarthermie ist Dämmung die wirtschaftlichste und effektivste Möglichkeit, Energie zu sparen.

Schließlich diskutierten wir noch über verschiedene Projekte: Am 3. Februar kommt der international bekannte Klimaforscher Mojib Latif zu einem Vortrag nach Bargteheide! Außerdem wollen wir uns bemühen, über so genannte Eisheizungen zu informieren und eine Informationsveranstaltung der Hamburger Firma Zebau zur Hausmodernisierung zu uns zu holen.

Das nächste Ini-Treffen findet am 16. Januar 2012 um 19:30 im Einstein statt.

Nach dem Atomausstieg kommt die Energiewende – auch in Bargteheide. Neben Energie-Einsparmaßnahmen muss dazu die Produktion erneuerbarer Energien vorangetrieben werden.  Da ist Photovoltaik gefragt, bei Windkraft herrscht Flaute in Bargteheide.  

Braucht die Stadt für die künftige Versorgung mit Strom und Wärme auch eine Biogasanlage und ließe die sich umweltverträglich planen? 

Diese Frage diskutierten die Bargteheider Grünen mit mehr als 60 Zuhörern auf einer Informationsveranstaltung, mit erstaunlich positivem Fazit.  Als Experten waren eingeladen der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voss und Wilfried Janson Fraktionsvorsitzender der Grünen Bad Oldesloe. Beide sind von Berufs wegen mit Biogasanlagen vertraut, Voss als Landwirt, Janson als Physiker, der seit Jahren an Energiekonzepten arbeitet. 

Was die Dichte an Biogasanlagen betrifft, so ist der Kreis Stormarn noch wenig belastet, berichtete Janson. Von insgesamt 14 Anlagen befinden sich neun noch in der Planung – darunter die in Bargteheide.  Im Kreis Schleswig-Flensburg etwa gibt es gut 140 solcher Anlagen, noch schlimmer sieht es in einigen Kreisen in Niedersachsen aus.  Entsprechend stark ist dort die Vermaisung der Landschaft fortgeschritten. Ein Wildwuchs, der Biogasanlagen in Verruf gebracht hat und künftig durch das neue Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) begrenzt werden soll. 

Die geplanten Veränderungen bei der Vergütung für Biogas nach dem neuen EEG würde dazu führen, dass die in Bargteheide geplante Anlage nur noch zu 50 Prozent mit Mais befüllt wird, zu 33 Prozent mit Gülle aus den Schweinemastbetrieben,  20 Prozent  müssten andere Stoffe sein, etwa Sudangras, Kleegras oder Zuckerrüben, erläuterten die beiden Investoren Axel Steinmatz und Jens Timmermann.  Außerdem, so die beiden Landwirte, verfügten sie über ausreichend Land, so dass sie eine Fruchtfolge einhalten könnten.  Monokulturen werde es deshalb in Bargteheide Land nicht geben.

Ohne ein Wärmekonzept wird es künftig keine Förderung von Biogasanlagen geben. Für die in Bargteheide geplante 850 kW Anlage gibt es schon jetzt offenbar mehr Nachfrage nach Wärme als sie liefern kann. Zum einen könnte im Sommer das Freibad und im Winter die Siedlung an den Fischteichen mit Wärme versorgt werden.  Aus dem Gewerbegebiet gebe es weitere Anfragen, sagten die Investoren.  Den Wirkungsgrad der geplanten Biogasanlage bezifferte Steinmatz mit rund 82 Prozent: 40,5 Prozent Strom, 41 Prozent Wärme.

Der erzeugte Strom von rund 5 Millionen kWh könnte rein rechnerisch für etwa 1500 Haushalte reichen.

Wilfried Janson schlug vor, dass, sollte es zum Bau einer Biogasanlage in Bargteheide kommen,  Umweltstandards  in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden müssten. Das betrifft die verbindliche Zusage von Fruchtfolge, Zwischenfrucht im Winter, evtl. Blühstreifen, positive Humusbilanz,  Ausgleichsflächen, verbilligte Wärme für direkt betroffene Anwohner.

Die Investoren arbeiten weiter an ihrem Konzept und hoffen, in absehbarer Zeit einen geeigneten Standort zu finden. Dann hat die Kommunalpolitik das letzte Wort.

TFischer

Her mit der Biogas-Anlage!

Vielleicht war es ein Glück, dass der Bau der Bargteheider Biogasanlage seinerzeit abgeblasen worden ist, denn inzwischen hat man die EU-Verordnung überarbeitet. Vorgeschrieben sind fortan unter anderem ein geringerer Mais-Anteil und höhere technische Effizienz. Viele Altanlagen, z.B. in der Gegend von Rendsburg, dürften daher erheblich an Attraktivität verlieren. Und Bargteheide könnte dann zu den Vorzeigestandorten zählen.

Auf der Podiumsdiskussion der Grünen am Montag, dem 20. Juni, im Ganztagszentrum wurde erstmals in kompetenter Runde das Für und Wider dieser Art der Energiegewinnung diskutiert.

Das wichtigste Gegenargument gegen Biogasanlagen ist der Trend zu Mais-Monokulturen. Tatsächlich ist Mais für die Energiegewinnung zehnmal effizienter als die nächstbeste Pflanzensorte. Die anwesenden Landwirte betonten allerdings, dass Mais dem Humus schade und es sich daher nur die Großbetriebe leisten könnten, derart rücksichtslos ins Ökosystem einzugreifen. Jeder vernünftige Landwirt, der seinen Betrieb nicht als Geldanlage begreife, würde sich ins eigene Fleisch schneiden. Außerdem setzt die neue Verordnung auch dem Mais-Anbau stärkere Grenzen.

Zweites Gegenargument: die Geruchsbelästigung. Dies war seinerzeit der Grund für die Bargteheider SPD, den Bau einer Biogasanlage abzulehnen. Doch der Vorwurf war schon damals nicht zutreffend. Biogasanlagen, so betonten alle Experten der gestrigen Podiumsdiskussion, stinken nicht. Denn das, was stinkt, enthält gerade die meiste Energie und soll also gerade nicht entweichen.

Offenbar gibt es auch einen breiten Konsens, dass unsere Stadt für die Biogasanlage nicht nur die Fläche bereitstellt, sondern auch profitieren soll, zum Beispiel durch günstigere Gaspreise für die Anwohner oder eine billigere Wärmeversorgung für das Freibad.

Wilfried Janson, Fraktionschef der Grünen im Stadtparlament von Bad Oldesloe und Mitarbeiter im Kreisumweltamt, berichtete von der Anlage in der Kreisstadt. Sie ist dreimal so groß, wie die Anlage in Bargteheide werden soll, und spielt eine zentrale Rolle beim Plan der Stadt, bis 2050 den Strom weitgehend autonom, klimafreundlich und erneuerbar zu produzieren.

Das können wir auch!

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