Der Klimaforscher Prof. Hartmut Graßl hat am 1. Dezember 2010 auf Einladung der Initiative „Bürger für Klimaschutz in Bargteheide“ in der Stadt einen Vortrag gehalten:  „Globale Klimaänderung – Was bedeutet das für mich?“

Neben der Darstellung  wissenschaftlicher Erkenntnisse und politischer Prozesse bis hin zur  gerade tagenden UN-Klimakonferenz in Cancun,  hat der  Wissenschaftler zehn Anregungen  für den Klimaschutz in Bargteheide gegeben:

  1. Effektiven Klimaschutz leistet, wer Energie einspart und die Energieausnutzung erhöht (Energieeffizienz).  Beides minimiert den CO2-Ausstoß.
  2. Vor allem das Dämmen von Gebäuden hilft, den Wärmebedarf drastisch zu reduzieren.
  3. Heute verbrauchen 10% der am schlechtesten isolierten Wohngebäude mehr als 25% der Wärme aller Wohnhäuser.  (Dazu die Initiative: Trotz drastischer Einschnitte bei der Förderung von Dämm-Maßnahmen bleibt Dämmen wirtschaftlich attraktiv. Demnächst wird die Initiative dazu Beispiele veröffentlichen.)
  4. Zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln, aber vorher recherchieren, wer wirklich Ökostrom anbietet und nicht dabei trickst.
  5. Bargteheide sollte anstreben, eine 100% -Erneuerbare- Energie- Stadt zu werden.  Die Stadt ist in einer günstigen Position – relativ klein mit 15.000 Einwohnern und es wird bereits eine gesellschaftlichen Debatte über den Klimaschutz geführt.
  6. Als erneuerbare Energiequellen kommen langfristig nur Sonne und Wind in Frage.
  7. Biogas ist lediglich eine Brückentechnologie.  Es ist von Vorteil, dass diese Energie zeitlich und räumlich immer verfügbar gemacht werden kann.  Problematisch ist, dass für eine Anlage von 1 Megawatt Leistung etwa 500 Hektar Land gebraucht werden.
  8. Tiefe Geothermie für Strom lohnt im Norden nicht. Der Untergrund ist nicht warm  genug.
  9. Bargteheide muss sich mit anderen Gemeinden vernetzen, die bereits im Klimaschutz aktiv sind. Ein Erfahrungsaustausch ist wichtig.
  10. Bargteheide braucht jemanden, der sich im Förderdschungel auskennt und die Maßnahmen des Bundes, der Länder, der EU und des Kreises durchforstet und Mittel in die Kommune holt.

Eine Randbemerkung, die Beachtung verdient: Das billigste Mittel CO2 zu binden ist das Bewässern von Mooren.

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