Der Vortrag „Smart Country – Innovative Konzepte für die Stromverteilernetze“ von Dr. Torsten Hammerschmidt am 07.11.2013 hätte mehr Zuhörer verdient. Für die rund 20 Personen, die den Weg ins Stadthaus fanden, hat sich der Abend bestimmt gelohnt.

In gut verständlicher Form erklärte der Fachmann von RWE, warum die bestehenden Stromverteilernetze dem derzeitigen Boom der erneuerbaren Energien nicht gewachsen sind und was getan werden muss, im die Netzt zukunftsfähig zu machen.

Wir bekommen unseren Strom über drei Netze: Über die Fernleitung (Hochspannungsnetz) kommt er mit 200 000 Volt an den Wohnort. Dort wird er auf ein Mittelspannungsnetz auf 20 000 Volt heruntergefahren und schließlich über die bekannten grauen Kästen an den Straßen mit 230 Volt auf ein paar Straßenzüge bzw. Gebäude verteilt (Niedrigspannungsnetz).

Auf diesem Weg müssen in allen drei Netzen die Strommenge und die Stromspannung konstant gehalten werden.

Das war bisher relativ einfach, weil der Strom in wenigen großen Kraftwerken (Kohle, Gas, Kernkraft) gleichmäßig erzeugt wurde. Für eine große Zahl unterschiedlicher Stromquellen, die noch dazu unregelmäßig liefern (Wind, Biogas, Sonne) sind die bisherigen Netze und die Verteilertechnik nicht ausgelegt. Genau so wichtig sind die Neuerungen im Hinblick auf den Strommarkt. Um die Stromkosten gerecht zu verteilen, fehlen derzeit noch die richtigen Preis-, Ablese- und Verrechnungsmethoden.

Dr. Hammerschmidt von RWE sieht 4 Wege, um die Netze den gewachsenen Anforderungen anzupassen:

1. Verbesserte Messung und Steuerung über Computer (wo ist gerade wie viel Strom mit welcher Spannung unterwegs

2. Intelligente Möglichkeiten der Speicherung von Strom weiterentwickeln

3. Neuartige Spannungsregelung näher am Endverbraucher zur besseren Ausnutzung der bestehenden Netzkapazität

4. Zusätzliche Leitungen im Bereich der Mittelspannung, die wie Umgehungsstraßen funktionieren.

Diese Ansätze sind in Pilotregionen der Bundesrepublik, wie der Eifel, bereits erprobt und haben sich bewährt. Dr. Hammerschmidt ist zuversichtlich, dass weitere Regionen nachziehen, bis schließlich überall der Strom effizienter erzeugt, geliefert und abgerechnet werden kann.

Auch für Bargteheide ein interessanter Ansatz, wenn jetzt über eigene Stadtwerke und Windkraftanlagen, Einfluss genommen werden kann! Durch große Verbraucher in der Stadtregion sind ebenfalls gute Voraussetzungen vorhanden.

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